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 Betreff des Beitrags: Rossameisenbefall ?
BeitragVerfasst: 15. Jun. 2006, 18:58 
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Registriert: 15. Jun. 2006, 18:41
Beiträge: 1
Wohnort: magglingen
Seit mehreren Jahren haben wir in unserem alten Haus einen Befall von Ameisen (vgl. beigefügtes Bild, Weibchen ca. 15 mm lang). Immer im Juni fliegen die Männchen aus. Der Einsatz der verschiedensten Köderdosen hat bisher keinen Erfolg gebracht. Da das Haus zu 50 % aus Holz besteht, bin ich etwas in Sorge.
Gibt es einen Köder der bei dieser Art Ameisen wirksam ist ?
(das Haus steht übrigens auf einer Höhe von 960 Metern)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18. Jun. 2006, 20:20 
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Registriert: 23. Jun. 2004, 08:45
Beiträge: 42
Hallo ubentz!

Anhand von Bildern ist die Art und Gattung von Ameisen meist schwer zu erkennen. Das Bild sieht aber tatsächlich sehr verdächtig nach Camponotus ligniperda oder Camponotus herculeanus (= Rossameisen) aus. Ihre Angaben stimmen damit ebenfalls überein: Größe 1,5 cm (sofern Sie mit "Weibchen" die flügellaose Arbeiterinnen meinen) / schwärmen im Juni.

Normalerweise sind die Nester der Rossameisen nicht in Häusern. Ich gehe daher von folgender These aus:
Das Nest befindet sich im Umfeld des Hauses. Die Kolonie dürfte schon ordentlich groß sein (sicher mehrere 1.000 Tiere, wahrscheinlich zig-Tausende), denn erst wenn das Nest groß genug ist, kommt es zum Schwärmen. Ein solches Nest im Haus zu haben, müsste die ganzen Sommermonate über ausffallen. Die langen Ameisen-Straßen wären unübersehbar. Regelmäßig im Juni schwärmen die Ameisen aus (es schwärmen nicht nur Männchen, sondern auch Weibchen, die später Königinnen werden). Das sind dann wohl auch hunderte / tausende geflügelte Tiere, oft begleitet von Arbeiterinnen. Die werden dann kurz lästig, und "verirren" sich auch mal in Innenräume. Das würde auch erklären, warum das Bekämpfen bisher erfolglos blieb: Zum einen ist die Kolonie mächtig groß und für Camponotus wird mehr Gift nötig sein, als für eine Lasius niger-Kolonie. Zum zweiten wird wohl nur ein kleiner Teil des Areals der Ameisen mit Köderdosen ausgelegt sein. Zum dritten ist dieser Teil auch nur für kurze Zeit für die Ameisen interessant.

Was ich tun würde:
1.) Zuerst das Nest suchen. Wo befinden sich Ameisenstraßen? Auf eine solche etwas Zuckerwasser / Honig anbieten. Die Ameisen werden trinken und zum Nest zurückgehen. Dann "einfach" folgen. Vielleicht funktioniert es auch, wenn man kleine Fetzchen von Löschpapier in Fleischsaft tränkt. Die sind leichter zu verfolgen und die Ameisen nehmen fleischliche Nahrung als feste Stücke mit ins Nest.

2.) Ist das Nest tatsächlich im Haus: Köderdosen mit Wirkstoff Borax. Notfalls: Kammerjäger.

3.) Ist das Nest nicht im Haus, gilt es zu überlegen, wie groß die Belästigung ist. Die Gefahr, dass die Ameisen umziehen, ist sehr gering. Eher, dass ein noch kleineres Nest im direkten Nachbarholz (Baum) ausgeweitet wird. So eine Kolonie braucht mehrere Jahre um zu entstehen und leistet einen wichtigen ökologischen Beitrag. Wenn es sich nur um zwei / drei Tage im Jahr handelt, in denen die geflügelten Ameisen auftauchen, würde ich sie da lassen. Notfalls versuchen, ob es was hilft, Anfang Juni mit "Vertreibungsspray" die Ameisen auf Abstand zu halten und in andere Richtungen zu lenken.

Grüße und viel Erfolg

schmidi


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22. Jun. 2006, 10:14 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 760
Hallo Ubentz,

bei den Ameisen handelt es sich eindeutig um eine der beiden großen Camponotus-Arten. Die mattschwarze Färbung (falls die Abb. nicht täuscht) lässt auf herculeanus schließen. Dafür spricht auch das Vorkommen in fast 1000 m Höhe, während ligniperda in unseren Breiten normalerweise nur in tieferen Lagen vorkommt. Für Ihr Problem ist es aber „eh wurscht“.
Wenn jedes Jahr im Haus geflügelte Tiere auftauchen (das auf dem Bild ist ein Weibchen), dann befindet sich das Nest auch im Haus. Nach der Schwarmsaison wird man kaum etwas wahrnehmen, da die Arbeiterinnen im Freien fouragieren (und zwar keineswegs auf dicht belaufenen Ameisenstraßen wie bei Waldameisen oder Lasius-Arten).
Beide Arten kommen durchaus nicht selten in Häusern am/im Wald vor. Dass Sie sich Sorge um die Holzkonstruktionen Ihres Hauses machen, ist verständlich. Ich bin mit dem Begriff „Schadameise“ sehr vorsichtig, aber dies ist eine Situation, wo er zutrifft.
Wahrscheinlich können Sie nichts anderes tun, als ein wirksames Köderpräparat einzusetzen, da man an das Nest kaum herankommen wird, und befallenes Holz auszutauschen ist sehr teuer.
Die Frage ist nur, welche Köder geeignet sind. In USA, wo Camponotus-Arten („Carpenter ants“) wegen der dort weit verbreiteten Holzbauweise ein viel größeres Problem darstellen (sollen regional sogar Termitenschäden übertreffen), gibt es dort auch spezielle Köder. Wenn Sie Freunde oder Verwandte dort haben, lassen Sie sich was schicken (z.B „Advance“ Carpenter aint bait mit dem Wirkstoff Avermectin).
Da ich mich beruflich u.a. mit der Prüfung und auch Entwicklung von Ameisenködern befasse (ich bin kein Schädlingsbekämpfer), weiß ich, dass hierzulande unglaublich viel „Mist“ angeboten wird.
Da stimmt es oft mit der Ködergrundlage nicht, die nicht attraktiv ist.
Ferner werden Wirkstoffe eingesetzt, die viel zu rasch zu Vergiftungssymptomen führen (z.B. Trichlorfon). Wenn die Ameisen schon in oder kurz nach Verlassen der „Imbissbude“ zusammenbrechen, kann natürlich auch kein Wirkstoff in die Kolonie gelangen, wo er mit der Futterverteilung doch seine Wirkung entfalten soll.
Kürzlich prüfte ich im Vergleichstest ein Produkt (Köderboxdesign ungeheuer eindrucksvoll) mit dem Wirkstoff d-Phenothrin, also einem Pyrethroid. Dieses hatte auf die Testtiere (Lasius niger) eine hochgradig fraßabweisende Wirkung. Der Hersteller hatte es offenkundig überhaupt nicht für notwendig befunden, sein Produkt bei der Entwicklung auch nur ansatzweise auf Wirksamkeit testen zu lassen. Im Gegensatz zu Pflanzenschutzmitteln müssen nämlich bei den Bioziden (also das, was im und am Haus gegen Schädlinge eingesetzt wird, ausgenommen Pflanzenschädlinge) bisher noch keine Wirksamkeitsnachweise erbracht werden.
Auch mit Borax-Ködern habe ich bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht. Entweder unwirksam, da Konzentration von 3 – 4% zu niedrig, oder fraßabweisend, wenn Konzentration erhöht wurde.
Nach meinen Erfahrungen (allerdings nur mit dem Standardtesttier L. niger) sollten Sie ein Präparat wählen, das auf Zuckerwasser basiert und nicht irgendwie mit Gelierungs- oder Verdickungsmitteln versetzt ist (dies wird aus Sicherheitsgründen gemacht, damit die Brühe nicht aus der Dose läuft). Bei anderen Präparaten ist ein Vlies oder Pad mit Köderflüssigkeit getränkt. Da kann auch nichts auslaufen und ist viel besser, weil die Ameisen den Köder leicht und schnell aufnehmen können. Da Camponotus-Arten eifrige Honigtausammler sind, ist ein gute Annahme eines Köders auf Basis von Zuckerlösung zu erwarten.

Zu den Wirksstoffen:

An diese sind grundsätzlich folgende Anforderungen zu stellen:

- keine fraßabweisenden Eigenschaften im benötigten Konzentrationsbereich
- eine lange Latenzzeit (also die Zeitspanne zwischen Wirkstoffaufnahme und Eintreten von Vergiftungssymptomen)
- eine hohes insektizides Potential, da ein Wirksstoff bei der Futterverteilung in der Kolonie ggf. bis zur Wirkungslosigkeit „verdünnt“ werden kann (es müssen ja immer auch die zusätzlichen natürlichen Futterquellen einkalkuliert werden)

Chlorpyriphos (Phosphorsäureester); Köder mit diesem Wirksstoff, sofern die Köderbasis o.k. ist (s.o), kann ich bedingt empfehlen. Die Latenzzeit beträgt bei L. niger 10 – 20 Minuten. Das ist nicht gerade üppig, reicht aber, um eine Rekrutierung auszulösen (Probleme könnte es allerdings geben, wenn Wegstrecke zum Nest sehr lang ist). Führte im Laborversuch (Futterwahlversuch mit simultan angebotenem Alternativfutter) mit Koloniefragmenten von >1000 Arbeiterinnen in weniger als 24 h zur vollständigen Tilgung.

Avermectin, ist das Prokukt eines Bodenorganismus (Streptomyces); in den USA bewährter Wirksstoff, auch gegen Feuerameisen. In Deutschland ist wahrscheinlich (noch) kein Köder erhältlich.

Spinosad, Produkt des im Boden lebenden Actinomyceten Saccharopolyspora spinosa; wird in den USA erfolgreich auch gegen Feuerameisen eingesetzt. Nach eigenen experimentellen Erfahrungen ist Spinosad ganz hervorragend und erfüllt alle Kriterien eines guten Wirkstoffs für Ameisenköder. In Deutschland wird ein darauf basierender Köder wohl erst im nächsten Jahr verfügbar sein. Soweit mir bekannt ist, gibt es in Deutschland ein Ködergranulat (enthält wohl Zucker) gegen Stallfliegen. Wenn man dieses etwas befeuchtet, wird es auch von Ameisen angenommen.

Fipronil, ein Phenylpyrazol, wird in den USA ebenfalls gegen Feuerameisen, aber auch gegen Rossameisen (Maxforce carpenter ant bait) eingesetzt. Auch in Deutschland ist es in einem Köderpräparat enthalten, das ich in einem Vergleichstest geprüft habe. Die Latenzzeit ist lang, das toxische Potential enorm: 15 Arbeiterinnen eines Koloniefragments von L. niger mit rund 450 Tieren + Brut wurden separat gefüttert und dann wieder in die Kolonie gesetzt. Anschließend erhielt die Kolonie Honig ad libitum. Innerhalb von vier Wochen waren alle Ameisen tot, wobei das Maximum des Totenfalls an den Tagen 3 und 4 erreicht war.


Ich hoffe, dass Ihnen das etwas hilft, einen geeigneten Köder zu finden.

G. Heller


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 Betreff des Beitrags: Camponotus herculeanus im Haus!
BeitragVerfasst: 23. Aug. 2006, 19:08 
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Registriert: 23. Aug. 2006, 18:10
Beiträge: 3
Wohnort: Saarland
Wir haben ein ähnliches Problem wie ubentz:

In den letzten Jahren (Frühjahr-Sommer) traten bei uns im Haus immer wieder einzelne große Ameisen auf, fast in jedem Zimmer mal eine oder zwei, ohne Häufung in bestimmten Ecken. Man sah auch nie, dass sie aus bestimmten Löchern gekommen waren... Misstrauisch wurde ich letztes Jahr, weil ich in unserem Wintergarten unter der Verkleidung einer Wand ein leises ständiges Kratzgeräusch bzw. Rascheln wahrnahm. Auch hatten sich die Fliesen darüber leicht angehoben. Es war aber keine Ameise in dem Bereich und dann kam der Herbst und das Ganze geriet wieder in Vergessenheit.

Als dieses Frühjahr dann wieder Ameisen herumliefen, begann ich nachzuforschen. Im Internet fand ich heraus, dass es holzzerstörende Ameisen gibt. Allerdings tat ich mir mit einer Bestimmung schwer. Also nahm ich Kontakt mit einem Schädlingsbekämpfer auf, schickte ihm ein paar Ameisen zu und er bestimmte sie als Camponotus herculeanus. Er riet mir, die Verdachtsecke näher zu betrachten. Eine Bekämpfung sei nicht mit Ködern zu erreichen, man müsse das Gift direkt ins Nest einbringen.

Kam noch die Ferienzeit dazwischen, dann legten wir vergangenen Samstag los. Tatsächlich fanden wir unter den Fliesen (Holzgerüst, darauf an der Wand Gipsplatte, oben zur Abdeckung eine Faserplatte, darauf waren die Fliesen) eine durchgefressene Faserplatte und darunter massenhaft Ameisen. Wir besprühten diese mit Paral Insektenspray (0,25 g / 100 g Pyrethrumextrakt, 1 g / 100 g Piperonylbutixid), was sie schnell lahmlegte bzw umbrachte, sodass wir nach und nach immer mehr vom befallenen Holz abtragen konnten (an der einen Seite unterhalb eines großen Fensterelements). In den vergangenen drei Tagen haben wir alles an dieser Stelle beseitigt, was aus Holz bestanden hatte. In den Zwischenräumen warenneben tausenden Ameisen auch geflügelte große Tiere (Königinnen) und einige weißliche Larven. Nur: es hat den Anschein, dass wir nicht alle Ameisen erreicht haben. Ich habe die Befürchtung, dass im Haus noch weitere Nestanteile sind. Sie lassen sich aber nicht lokalisieren. Ein Ameisengang verschwindet unter dem großen Fensterelement und lässt sich nicht so einfach aufreißen. Auch scheinen die Ameisen unter der Holzverkleidung des Flures sowie möglicherweise auch unterm Dachgebälk zu wandern (sie konnten fast in jedem Zimmer auftauchen).

Der Beitrag von Gerhard Heller lässt mich nun hoffen, dass wir durch Ausbringen von geeigneten Ködern doch noch die restlichen Ameisen loswerden können. Wie gehe ich am besten vor? Vermutlich sollte ich nun nicht mehr Gift sprühen, sondern versuchen, geeignete Köder aufzustellen, die dann von den Ameisen angenommen werden müssen...
Ich könnte auch erstmal versuchen, ob sie Zuckerwasser mögen, um geeignete Aufstellplätze harauszufinden. Ein Versuch mit Zuckerrübensirup schlug fehl. (Die Ameisen mögen gerne tote Schmetterlinge, aber die sind ja nicht so leicht zu beschaffen :wink: )

Oder ist der Moment schlecht gewählt, weil bald schon die Ruhephase beginnt und die Ameisen kein Interesse an Futter haben?

Ich hoffe, Sie können mir einen Rat geben. Vielen Dank schon mal!


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29. Aug. 2006, 09:56 
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Beiträge: 760
Hallo Frau Rech,

es ist gut möglich, dass Ihre Camponotus noch Satellitennester im Haus besitzen, wahrscheinlich aber auch im Freien. Darauf deutet hin, dass „ein Ameisengang unter dem großen Fensterelement verschwindet“. Es ist schwer, dies aus der Ferne zu beurteilen: aber wenn Sie schon diese Stelle geöffnet haben, könnten Sie in diesen Gang ein Insektizid mit lang anhaltender Wirkung einbringen und ihn dann mit Acryl oder Silikon verschließen. Falls die Ameisen die Stelle umgehen können und es andere potentielle Eintrittspforten gibt, ist das allerdings nutzlos. Eine lang anhaltende Wirkung besitzen z.B. Fipronil (Celaflor Ameisenstreumittel) oder einige Pyrethroide (u.a. Permethrin). Wichtig wäre eine solche Maßnahme auf jeden Fall schon im Hinblick auf die Prävention. Suchen Sie auch nach Nestteilen in dem direkt an den Wintergarten angrenzenden Freiland (Garten, Terrasse?).

Für die Bekämpfung mit einem Köder, sollten Sie im Haus keine weiteren Sprayeinsätze durchführen. Die Jahreszeit ist noch nicht zu spät. Ein Vortest, wie Sie ihn durchführen wollten, um die Nahrungspäferenzen (die saisonal wechseln können) zu prüfen, ist richtig. Falls derzeit kein Zuckerwasser angenommen wird, versuchen Sie es mit kleinen Portionen Katzen- oder Hundefutter aus der Dose (Rind, Geflügel). Legen Sie Proben an mehreren Stellen im Haus aus. Wenn die Ameisen Zucker mögen, können Sie den Fipronil-Köder (Celaflor) verwenden oder das Streumittel mit Wasser anrühren (s. auch unter „Ameisenplage in Isolierwolle“ in diesem Forum). Falls die Camponotus aber auf Fleisch scharf sind, mischen Sie das Dosenfutter mit dem Fipronil-Streumittel. Das Streumittel enthält 0,2 % Wirkstoff, für den daraus gemixten Köder genügen 0,02 %. Also Mischungsverhältnis beachten! Den nicht benötigten Köder portionieren und bis zur Verwendung einfrieren!

Ich hoffe, dass Sie Erfolg haben. Allerdings braucht man auch Geduld (lt. Literatur 6-7 Wochen bei Verwendung von Fipronil).

Gerhard Heller


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BeitragVerfasst: 29. Aug. 2006, 10:24 
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Hallo Herr Heller,

erstmal vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Mein Versuch mit Zuckerwasser war leider erfolglos. Es wurde nicht angenommen. Daher habe ich im Handel versuchsweise eine Köderdose mit Fibronil (Fa. Nexalotte) gekauft. Beim Öffnen hat sich aber herausgestellt, dass der Köder auf Gelbasis ist. Ich konnte keine interessierte Ameise beobachten. Ameisen sind aber noch da. Man erkennt es daran, dass die Ritze zugestopft wurde, hinter der ich wandernde Ameisen beobachten konnte (ich hatte die Ritze mit Hilfe eines Drahtes freigekratzt). Ich werde nun Tierfutter einsetzen und eventuell Ihre vorgeschlagenen Maßnahmen ergreifen (Fibronil von Nexalotte gab's im Verkaufsregal auch als Streumittel auf Zuckerbasis, Hersteller ist vermutlich nicht so wichtig). Danke für die praktischen Tipps!

Im Außenbereich des Hauses sind wir noch nicht fündig geworden, haben aber noch nicht alles abgesucht. Gibt es bestimmte Anzeichen für Ameisennester im Freien, z.B. an der Erdoberfläche? Wie tief im Boden können die Gänge versteckt sein? Im Nahbereich (2-3 m) des Hauses gibt es keine Bäume, jedoch Hecken und Staudenbepflanzungen, ein Terassenpflaster (wasserdurchlässig) und eine kleine Rasenfläche.

Eva Rech


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BeitragVerfasst: 04. Sep. 2006, 16:40 
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Beiträge: 760
Hallo Frau Rech,

Nexalotte ist eine Produktreihe der Firma Celaflor. Der Inhalt der Köderdose wird zwar als Gel bezeichnet, tatsächlich ist es aber ein „Vlies“ mit aufgesaugter Köderflüssigkeit.
Haben Sie mittlerweile mal Camponotus-Arbeiterinnen im Garten beobachtet? In die Erde führende Nesteingänge sind normalerweise nicht sehr auffällig, ohne deutlichen Erdauswurf oder Erdwälle (wie z.B. bei Wegameisen). Falls Sie Arbeiterinnen im Freien sehen, können Sie verfolgen wo diese verschwinden.

G. Heller


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BeitragVerfasst: 14. Apr. 2008, 09:07 
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Beiträge: 3
Wohnort: Saarland
Heute nach langer Zeit endlich die Rückmeldung, was aus "unseren" Ameisen wurde:

Im Herbst 2006: Versuche mit Katzenfutter, gemischt mit Gift hatten keinen Erfolg, da die Ameisen kein Interesse zeigten. Allerdings waren sie nicht mehr sehr häufig zu sehen (heimliche Hoffnung, dass das Nest ausgerottet ist).

Frühjahr 2007: Wir haben wieder Ameisen im Wintergarten, allerdings nur wenige. Daher war auch schwer festzustellen, ob ein Nest im Haus ist. Sie tauchten meist auf einer bestimmten Seite des Raumes auf. Vorsichtshalber hielten wir die Dachfenster auf dieser Seite ganz geschlossen. Im Außenbereich (Terasse vor dem Wintergarten) waren ab und zu einzelne große Ameisen zu beobachten. Verfolgungsversuche endeten mehrmals nach langer Beobachtung ohne Erfolg (teilweise habe ich einzelne Ameisen bis zu einer Stunde lang beobachtet (Fläche mit begrünten Pflasterfugen). Sie liefen hin und her, scheinbar plan- und vor allerm ziellos...
Aber: Eines Tages hatte ich Glück. Ein warmer Tag auf der Terasse, ich las ein Buch auf der Liege und wurde von einer fliegenden Wanze gestört, die ich niederschlug. Sie lag in meinem Sichtbereich - und nach einiger Zeit fiel mir auf, dass sich eine der Ameisen daran zu schaffen machte. Solches Verhalten hatte ich früher schon im Wintergarten beobachtet: die Ameisen schnitten sich Stücke ihres toten Opfers (damals im Wintergarten verendeter Schmetterling) ab, und transportierten es in Richtung Nest. So hatte ich damals die Zugänge der Ameisen im Haus auch gefunden.
Also beobachtete ich nun die Ameise bei der toten Wanze. Sie war sehr eifrig, brauchte aber doch recht lange, bis sie ein Stück Gewebe abgetrennt hatte - und nun machte sie sich tatsächlich zielstrebig auf den Weg. Und dann fand ich endlich einen Zugang zu einem Nest im Freien: Es lag direkt unterhalb des Dachfensters an der Hauswand, versteckt unter großen Kieselsteinen, die dort als Tropfschutz ausgelegt waren. Ich beobachtete mehrere Tage lang, dass der Ein/Ausgang des Nestes relativ stark frequentiert wurde und entschloss mich dann, die Ameisen mit dem Streumittel zu töten. Einmalig streute ich das weiße Pulver in das Erdloch. Mehrere Tage darauf sah man Ameisen, die offensichtlich angeschlagen umherkrochen. Dann war keine Aktivität mehr zu beobachten. Auch traten im Haus seitdem keine Ameisen mehr auf, auch nicht im Sommer. Daher vermute ich, dass nun das letzte Nest dieser Ameisen in Hausnähe zerstört ist.
Mit freundlichen Grüßen, Eva Rech


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 Betreff des Beitrags: Re: Rossameisenbefall ?
BeitragVerfasst: 28. Mai. 2011, 14:21 
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Registriert: 28. Mai. 2011, 14:13
Beiträge: 2
Sehr geehrter Herr Heller,

der Thread ist zwar schon recht alt, dennoch hoffe ich, dass Sie auf meinen Beitrag noch aufmerksam werden.

Leider habe auch ich bei mir einen Rossameisenbefall in meinem aus Holz gebauten Fertighaus und um das Haus herum. Da Sie in einem Beitrag sehr fachkundig über die Bekämpfung geschrieben haben, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir namentlich geeignete Produkte für die Bekämpfung empfehlen könnten, da ich bei allen Produkten von verschiedenen Firmen bislang keinen Besuch der Köderdosen feststellen konnte. Ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar für ein paar Empfehlungen, da ich mir ernsthaft Sorgen mache.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Knüttel


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 Betreff des Beitrags: Re: Rossameisenbefall ?
BeitragVerfasst: 31. Mai. 2011, 09:17 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 760
Hallo Herr Knüttel,

versuchen Sie Ihr Glück mit dem Nexalotte-Ameisenstreumittel (Fipronil) von Celaflor. Sie können dieses durch Versetzen mit Honigwasser oder einer fleischhaltigen Grundlage als Köder einsetzen (s. Tipps im Forum). Zumindest bei den Nesteingängen ums Haus herum können Sie es aber auch direkt in diese applizieren, ggf. auch als Gießmittel.

Gruß
G. Heller


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 Betreff des Beitrags: Re: Rossameisenbefall ?
BeitragVerfasst: 02. Jun. 2011, 07:37 
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Registriert: 28. Mai. 2011, 14:13
Beiträge: 2
Hallo Herr Heller,

werde ich machen, vielen Dank für Ihren Tipp.

Schöne Grüße,
Norbert Knüttel


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 Betreff des Beitrags: Re: Rossameisenbefall ?
BeitragVerfasst: 27. Jul. 2011, 21:10 
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Registriert: 27. Jul. 2011, 21:05
Beiträge: 7
Guten Tag,

auch ich melde mich mit einem "Ameisen-Problem" im Haus und habe zur Anwendung des Giftes eine wichtige Frage: Wie kann ich Nexalotte (Fipronil) anwenden, wenn ich gleichzeitig Haustiere (Hund) habe???

Vielen Dank und viele Grüße von awolli


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