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 Betreff des Beitrags: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 04. Mai. 2007, 07:54 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1365
Wohnort: Reinheim
Aus den USA wird über ein massives Bienensterben berichtet (s. auch vorhergehenden Beitrag).

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 46,00.html

Bitte den Artikel lesen und sich dann folgende Fragen stellen:

Man stelle sich vor: Ein eingeschleppter Parasit oder Krankheitserreger, ob Milbe, Fadenwurm, Pilz, Bakterium oder Virus, würde bei uns einheimische Ameisen befallen und ¼ oder ½ der Bestände EINER Art oder gar mehrerer Arten vernichten (z.B. Aphaenogaster subterranea, Tetramorium cf caespitum, Lasius niger, Camponotus ligniperda, Temnothorax nylanderi, um nur ein paar zu nennen):

1.) Würde jemand diesen Rückgang bemerken?

2.) Falls ja: Würden öffentliche oder private Mittel bereit gestellt um die Ursache aufzuklären?

3.) Falls ja: Kennt Ihr Institute/ Myrmekologen, die derartige Forschung durchführen könnten? Gibt es genügend Myrmekologen um diese Forschung flächendeckend in Deutschland durchzuführen?

4.) Falls ja: Würde nach Mitteln zur Bekämpfung des Erregers geforscht? Von wem?

5.) Falls ja: Würden Gelder zur flächendeckenden Bekämpfung des Erregers bereitgestellt?

6.) Falls ja: Wieviele Personen wären notwendig und fähig, die Bekämpfung des Erregers durchzuführen und auch den Erfolg zu kontrollieren?

Zur Information:
Die Honigbiene ist ein soziales Insekt von großer wirtschaftlicher Bedeutung fast weltweit. Es ist eine einzige Art (mit mehreren Rassen).

Fast alle Bienenvölker werden von Imkern betreut, so dass Störungen sehr schnell entdeckt werden.

Entsprechend gibt es weltweit hunderte von Bienenforschungsinstituten mit jeweils Dutzenden von Mitarbeitern, die Ursachenforschung betreiben, und es gibt öffentliche Gelder für diese Forschung.

Sie alle haben bisher kein Mittel z.B. gegen die nunmehr fast weltweit verschleppte Varroamilbe gefunden. Sie alle tappen nun auch nach mehreren Monaten der Forschung über die Ursachen des neuen Bienensterbens im Dunkeln.

Mein Schluss: Im Falle der Einschleppung eines solchen Erregers bei Ameisen wären unsere Ameisen ganz arm dran!

Dies ist als Hinweis auf die Dimensionen der Verantwortung gedacht, die man übernimmt, wenn man exotische Ameisen importiert, verkauft/kauft und häufig unzureichend gegen Ausbruch gesichert bei sich hält.

Zurzeit mehren sich Fälle von scheinbar geheimnisvollem Siechtum und Todesfällen bei einheimischen und exotischen Ameisen in Heimhaltung. Ich werde mit Anfragen bombardiert und um Untersuchung der Ursachen gebeten. Ist der Ernstfall bereits eingetreten?

Wenn man die Dimensionen solcher Untersuchungen bei der Honigbiene zum Vergleich nimmt, dürfte jedem klar werden, dass ich allein, ohne Labor, derartige Forschung nicht betreiben kann!

Die richtigen Schlüsse aus dieser Situation zu ziehen, bleibt dem Gewissen und Verstand jedes einzelnen Beteiligten überlassen.

A. Buschinger

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!!! EINHEIMISCHE HAUSAMEISEN SIND KEINE SCHÄDLINGE per se !!! - Sie nutzen nur Baufehler bzw. Bauschäden zur Anlage ihrer Nester. Dies ist anders bei Exoten wie Pharaoameise, Pheidole spp. usw..


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04. Mai. 2007, 17:05 
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Registriert: 26. Mär. 2007, 20:31
Beiträge: 12
Darf ich diesen Text im ameisenhaltungsforum zitieren? Natürlich mit Link zur Quelle. Den gerade in den Haltungsforen sollte dieser Punkt ja berücksichtigt werden, da sich viele zukünftige Halter dort informieren bevor sie sich für eine Art entscheiden und sich ein Volk kaufen.

mfg
Björn Reinhardt
Moderator auf www.ameisencafe.de


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04. Mai. 2007, 17:56 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1365
Wohnort: Reinheim
Hallo MortumAmoris,

Selbstverständlich dürfen Sie das zitieren bzw. kopieren!
Es ist m.E. wirklich wichtig, dass jeder Ameisenhalter und -händler darüber Bescheid weiß.

Viele Grüße
A. Buschinger

PS: Im Antstore-Forum habe ich das auch gepostet. Da wird es in üblicher Weise gerade kleingeredet, wohl zur Gewissensberuhigung. "Ameisen kann man nicht mit Bienen gleichsetzen". :roll:

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08. Mai. 2007, 07:44 
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Registriert: 26. Mär. 2007, 20:31
Beiträge: 12
In einem profitorientierten Forum kann ich mir das gut vorstellen. Alles andere würde ja dem Forenbetreiber schaden.

Wir sehen unsere Aufgabe aber eher in der Bereitstellung von Information und als Plattform für den Austausch von Haltern untereinander. Deswegen bin ich dankbar das ich die von ihnen gegebenen Infos verwenden darf. Wie der Einzelne nun damit umgeht bleibt jedem selbst überlassen, aber jetzt sind die Informationen auf die jeder Zugriff hat wieder ein bisschen vollständiger geworden.

Also vielen Dank nochmal

Björn Reinhardt


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 Betreff des Beitrags: Etwas Neues (?) zum Bienensterben...
BeitragVerfasst: 07. Sep. 2007, 12:27 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1365
Wohnort: Reinheim
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft ... 31951.html

Auch wenn es nicht sicher erwiesen ist, dass das Virus die (alleinige) Ursache des Bienensterbens ist: Bemerkenswert finde ich, dass man wieder einmal nicht daran gedacht zu haben scheint, dass mit jedem Import/Export von Organismen (hier: Bienen von Australien nach USA) auch deren Parasitenfracht mit verbreitet wird.

mfG, A. Buschinger

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 Betreff des Beitrags: Hummelzucht - Inzucht - Hummelsterben
BeitragVerfasst: 29. Aug. 2010, 13:50 
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Beiträge: 239
Wohnort: 34123 Kassel
Hallo meine lieben Forenteilnehmer,

habe bei www.bombus.de einen schreckenerregenden Artikel gelesen.

Hummelzuchthummeln: Männchen, die durch Inzucht hervorgegangen sind, waren zum Teil unfruchtbar. Desweiteren spielt bei den Hummeln auch das Immunsystem eine sehr große Rolle und bei der Inzucht wirkt sich dieses auch sehr negativ aus. Deshalb müssen Hummelzüchter aus aller Welt auf Naturfänge zurückgreifen, um ihren Genpol wieder aufzufrischen. Diese Naturfänge werden hauptsächlich aus Südost und Osteuropa gedeckt, weil dort noch genügend naturnahe Naturräume mit einer großen Hummelfauna zur Verfügung stehen, aber jede einzel gefangene Königin dort bedeutet aber den Verlust eines Volkes und das kann keine Hummelfauna auf Dauer dort verkraften. In Deutschland ist es gesetzlich verboten, Königinnen oder Völker aus der Natur zu entfernen (Bundesnaturschutzgesetz § 20f, Abs.1; Bundesartenverordnung § 1). Wildfänge aus anderen Ländern und der Export in andere Länder, wo diese Arten nicht heimisch sind, können zu einer Verfälschung der dortigen Hummelfauna führen, auch Krankheiten und Parasitenbefall können sich sehr negativ auswirken.


Näheres und Weiteres unter diesem Link

http://www.biotechnologie.de/BIO/Naviga ... 07712.html



Gruß Karsten Grotstück


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 08. Jan. 2011, 07:32 
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Wohnort: 34123 Kassel
Lautlos sterben Milliarden von Bienen und unsere gesamte Nahrungskette ist in Gefahr !!!




Weltweit sterben Bienenvölker aus und unsere gesamte Nahrungskette ist in Gefahr. Wissenschaftler machen bestimmte toxische Pestizide dafür verantwortlich und vier europäische Regierungen haben diese bereits verboten. Wenn wir die USA und die EU zum gemeinsamen Verbot bewegen, könnten viele Regierungen weltweit dem Beispiel folgen und die Bienen vor dem Aussterben retten. Unterzeichnen Sie die Petition und leiten diesen Aufruf weiter:


Link: http://www.avaaz.org/de/save_the_bees/?copy



Gruß Karsten Grotstück


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 04. Jun. 2013, 10:33 
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Beiträge: 6
Wohnort: Germering
Ich habe diesbezüglich eine wirklich interessante Dokumentation gefunden, wo Forschungsergebnisse dargestellt werden, wie die auf Feldern im landwirtschaftlichen Bereich eingesetzten Pestizide auf die Bevölkerung der Hummeln wirken. Dieser Kurzfilm ist eine Art Warnung aus dem Jahre 2012, dass die Menschheit den Einsatz der vermeintlich harmlosen Chemikalien unbedingt überdenken sollten.
Der Link zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=JOCGlmvhQNI

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It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about? - Henry David Thoreau


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 27. Jan. 2014, 08:54 
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Beiträge: 6
Leider ist das Bienensterben schon fast alltäglich geworden. Wir haben uns daran gewöhnt. Doch nun wird es kritisch: Inzwischen hat sich beim Anbau von Pflanzen für die Biosprit-Produktion ein Engpass eingestellt. Es sind einfach nicht mehr genügend Bienen da, um die Pflanzen zu bestäuben. Vielleicht bringt das sogar Politik und Industrie zum Nachdenken.

LG


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 13. Sep. 2015, 13:49 
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Hallo liebe Insektenfreunde,

neue Informatonoen über das Bienensterben.

W wie Wissen

Link zum Film: http://www.daserste.de/information/wiss ... n-140.html



Gruß Karsten Grotstück :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 10. Dez. 2017, 13:28 
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Hallo meine lieben Insektenfreunde :idea:







Xenius

Verschwinden die Insekten?



Während uns Insekten im Alltag häufig als nervige Zeitgenossen begegnen, erfüllen sie gleichzeitig lebenswichtige Funktionen. Nicht nur für die Bestäubung unserer Pflanzen sind sie unverzichtbar, sondern sie sind auch die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Tiere. Seit mehreren Jahren sprechen einige Forscher von einem Insektensterben. Doch verschwinden sie wirklich auf breiter Front und wenn ja, wie stark? Einzelne Untersuchungen zeigen erschreckende Ergebnisse. Welche Möglichkeiten gibt es, ein Insektensterben zu verhindern?

Dörthe und Pierre begeben sich auf eine Reise in die Welt der Insekten. In der Döberitzer Heide erleben sie hautnah, welche Insekten auf Mischwiesen leben und welche Rolle die einzelnen Schmetterling, Grashüpfer, Fliegen und Co. für unsere Umwelt spielen. Dabei werden sie selbst zu Forschern: Ausgestattet mit einer Fingerkamera suchen sie zusammen mit dem Biologen Hannes Petrischak nach unseren nützlichen Freunden. In der offenen Fläche der Heide entdecken sie einen wahren Mikrokosmos: von Schmetterlingen über Heuschrecken, Käfer und Bienen bis zu den Schwebfliegen tummeln sich Insekten in einer für Städter unerwarteten Artenvielfalt.

Doch wie kann man dafür sorgen, dass sich Insekten auch in der Stadt wohl fühlen? Eine Lösung sind sogenannte Insektenhotels. Aber in welchem Material fühlen sich Biene, Hummel und Co. wirklich wohl? Was kann man beim Bau falsch machen, und wie sorgt man dafür, dass das „Hotel“ nicht leer bleibt? Dörthe und Pierre probieren es aus.




Link zum Film: https://www.arte.tv/de/videos/070803-029-A/xenius/





Gruß Karsten Grotstück


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 13. Jan. 2018, 07:07 
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Das leise Sterben der Bienen und Schmetterlinge



Dokumentation

Die Anzahl der Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge in Brandenburg ist in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgegangen, wie Thomas Schmitt vom Senckenberg-Institut für Entomologie Müncheberg (Brandenburg) am Beispiel der Tagfalter beobachtet. Als der Imker Reiner Gabriel aus Glienick bei Zossen in diesem April seine Bienenkästen öffnete, waren dreißig Prozent seiner Völker tot. Seit Jahren schaffen es viele Honigbienen nicht über den Winter. Krankheiten und Parasiten wie die Varroamilbe setzen ihnen zu, aber auch neue Gefahren, die für alle Bestäuberinsekten in den Agrarlandschaften lauern. Randolf Menzel, Neurobiologe an der Freien Universität Berlin, hat entdeckt, dass die phantastische Orientierungsfähigkeit der Bienen und anderer Insekten durch Insektizide der Landwirtschaft massiv gestört wird. Aber auch die Landschaftsveränderungen haben das leise Sterben der Insekten ausgelöst.


Link zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=OJHQGX5xCuc





Gruß Karsten Grotstück :( :(


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 13. Jan. 2018, 07:17 
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Warum sterben die Bienen?



Dokumentation


Seit Jahren sterben die Bienen. Weltweit, leise und unauffällig. In den vergangenen Jahren lag die Sterberate der Bienenvölker Europas bei durchschnittlich 20 Prozent. In Deutschland sogar bei bis zu 30 Prozent. Verluste in dieser Höhe seien besorgniserregend, sagen Imker wie Christoph Koch aus Oppenau im Schwarzwald, und schlagen Alarm. Das rätselhafte Sterben der Bienen beschäftigt seit einiger Zeit viele Experten der einschlägigen Institute von Wissenschaft und Agrarindustrie.





Link zum Film : https://www.youtube.com/watch?v=EzqSv50mgF8






Gruß Karsten Grotstück :?


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 02. Feb. 2018, 12:39 
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Wohnort: 34123 Kassel
Die Bienenretter



Dokumentation



Das weltweite Bienensterben macht Mirko L. aus Mecklenburg-Vorpommern große Sorgen. Auch seinen Bienen geht es schlecht. Zusammen mit seinem Compagnon Hartmut hat er jetzt Monokulturen, Parasiten und Pestizdbelastung den Kampf angesagt. Seit drei Jahren imkern Mirko und Hartmut für das Ökounternehmen Demeter in einem kleinen Dorf im Kreis Ludwigslust-Parchim. Die NDR Autorinnen Almut Faass und Verena Hartges begleiten die beiden Imker bei der Arbeit und bei ihrem Engagement für die Honigbiene.

Das weltweite Bienensterben macht Mirko L. (44) aus Mecklenburg-Vorpommern große Sorgen. Auch seinen Bienen geht es schlecht. Mit seinem Kompagnon Hartmut H. (50) hat er jetzt Monokulturen, Parasiten und Pestizidbelastung den Kampf angesagt. Seit drei Jahren imkern beide für den Ökoverband Demeter in einem kleinen Dorf im Kreis Ludwigslust-Parchim. Ihre Imkerei ist umgeben von Rapsmonokulturen, die nach der Blüte im Mai keine Nahrung mehr für Insekten liefern. Im Sommer 2014 wären ihre Bienen beinahe verhungert.
Einen Teil ihrer 120 Bienenstöcke haben sie auf einer Streuobstwiese untergebracht. Das Obst verarbeiten die beiden in Mirkos Mosterei, denn von der Honigproduktion allein können sie nicht leben. Aber genau das ist ihr Ziel. Damit ihre Bienen überleben können, muss etwas geschehen, finden sie.
Nicht nur der großflächige Pestizideinsatz der Landwirte ist ihnen ein Dorn im Auge, auch ein Versuchsfeld des Pharmakonzerns Bayer in der Nähe der Imkerei. Mit den Testergebnissen von dort soll der Nachweis erbracht werden, dass ein derzeit in der EU verbotenes Insektizid der Gruppe Neonikotinoide nicht bienenschädlich ist.
Die beiden Imker wollen das Vorgehen der Agrar- und Pharmaindustrie nicht länger hinnehmen. Unterstützung bekommen sie dabei von Bienenforscher Professor Randolf Menzel von der FU Berlin. Der international bekannte Wissenschaftler hat sich bei der Forschung auf das Gehirn von Bienen spezialisiert und nachgewiesen, dass die Pflanzenschutzmittel das Nervensystem der Tiere vergiften. "Wir müssen die Öffentlichkeit wachrütteln", meint Mirko L. Schon jetzt enthält in Deutschland gesammelter Pollen nach Angaben von Greenpeace in acht von 15 Fällen das zugelassene, von Bayer hergestellte Pestizid Thiacloprid. Im Dezember 2015 entscheidet die Europäische Kommission, ob zwei andere, zurzeit verbotene Pestizide des Chemiekonzerns wieder zugelassen werden oder ob das Verbot verlängert wird.
Mirko L. und Hartmut H. haben ihren Honig untersuchen lassen. Wenn die Analyse des Demeter-Honigs Pestizidrückstände aufweist, die über dem zulässigen Grenzwert liegen, können sie die komplette Ernte vernichten. Mit Spannung erwarten sie das Untersuchungsergebnis des Testlabors.
Mirko und Hartmut haben sich viel vorgenommen. Beide wollen etwas gegen das Bienensterben tun und sie wollen von ihrer ökologischen Imkerei leben können. Das stellt sie vor große Herausforderungen: finanziell und persönlich. "Manchmal fühlen wir uns schon wie David gegen Goliath", sagt Mirko. Aber er ist sich sicher: "Nur, wenn wir weltweit wieder gesunde Bienen züchten, können wir das Überleben der Insekten auf Dauer garantieren." Denn wichtiger noch als der Honig ist die Bestäubungsleistung der Bienen. Ohne sie gäbe es 80 Prozent der heimischen Wild- und Nutzpflanzen nicht.
Die NDR Autorinnen Almut Faass und Verena Hartges begleiten die beiden Imker bei der Arbeit und ihrem Kampf für die Honigbiene. Was können sie gegen das Bienensterben ausrichten? Werden ihre Völker den Winter überleben? Werden sie beim Chemiekonzern Bayer und bei der mächtigen Agrarindustrie Gehör finden?
Ihr Engagement für die Honigbiene wird auch die Geschäftsbeziehung der beiden Männer auf eine harte Probe stellen.



Link zum Film : https://www.youtube.com/watch?v=weTknKpS_-c





Gruß Karsten Grotstück :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienensterben - Ameisensterben?
BeitragVerfasst: 14. Jun. 2018, 16:26 
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Registriert: 05. Dez. 2007, 16:19
Beiträge: 239
Wohnort: 34123 Kassel
Am Dienstag dem 12.Juni 2018 um 21 Uhr kam auf WDR, in der Sendung Quarks der Beitrag:


“Dramatisches Sterben- Sind unsere Insekten noch zu retten?”



Wissenschaftler schlagen Alarm: Die Zahl der Insekten geht dramatisch zurück. Als Ursache steht die Moderne Landwirtschaft unter Verdacht: zu viele Pestizide, Dünger und Monokulturen setzen den Tieren zu. Können wir die Insekten noch retten? Quarks besucht Menschen in Nordrhein-Westfalen, die zeigen, wie es gehen könnte.

In Naturschutzgebieten ist die Welt noch in Ordnung - sollte man meinen! Doch nicht für Insekten. In den letzten 27 Jahren ist ihre Zahl selbst in Schutzgebieten um mehr als 75 % zurückgegangen. Ein Alarmzeichen, denn weniger Insekten, das könnte bald schon bedeuten weniger Fische, Eidechsen, Vögel und Säugetiere.

Insekten bilden das Fundament einer gesunden Natur. Sie sind wichtige Bestäuber für Blütenpflanzen, darunter viele Nutzpflanzen. Sie halten Schädlinge in Schach und sind Futter für viele Tiere. Sterben die Insekten, drohen auch andere Tiere und viele Pflanzen zu verschwinden. Ist ihr Sterben noch aufzuhalten oder vielleicht sogar umzukehren? Quarks klärt auf über ein Thema, das aktuell nicht nur Umweltschützer, Wissenschaftler und Politiker, sondern auch viele andere Menschen in Deutschland beschäftigt.

Die Gründe für den dramatischen Rückgang der Insekten sind im Detail noch nicht geklärt. Doch die Intensivierung der Landwirtschaft gilt als eine Hauptursache. Überdüngte Böden, immer größere landwirtschaftlich genutzte Flächen und Monokulturen rauben Insekten ihren Lebensraum. Dazu kommt der Einsatz von Pestiziden, die sich nicht nur auf den Feldern, sondern bis in die Naturschutzgebiete ausbreiten.

Quarks zeigt, wie es auch anders geht, stellt vor wie Städte und Kommunen Lebensraum für Insekten schaffen, besucht Landwirte, die neue Wege gehen und erklärt was jeder Einzelne für die Rettung der Insekten tun kann.

Quarks läuft seit 1993 mit großem Erfolg im WDR Fernsehen. Das Wissenschaftsmagazin erscheint wöchentlich und beleuchtet 45 Minuten lang ein Thema aus wissenschaftlicher Sicht und verschiedensten, oft ungewöhnlichen Blickwinkeln. Wir erzählen Dinge so einfach wie möglich. Deshalb suchen wir nach dem spannendsten Zugang zu einem Thema und vermitteln Grundlagen und Hintergründe statt unverdaute Neuigkeiten. Dabei bleiben wir aktuell, zeigen Haltung und helfen unseren Zuschauern, Themen einzuordnen.



Zum Film : https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... n-100.html



Gruß Karsten Grotstück :idea: :idea: :idea: :idea: :idea:


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