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 Betreff des Beitrags: Bitte um Identifikation (Lasius fuliginosus)
BeitragVerfasst: 21. Aug. 2009, 07:56 
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Registriert: 27. Jul. 2009, 19:02
Beiträge: 4
Hallo allesamt
Melde mich hier weil wir eben auch Probleme mit Ameisen haben.
Ca. Mitte Juli waren sie plötzlich da.
Küche, Schlafzimmer, Keller. Allerdings kein Befall auf Brösel, Zucker oder sonstige Lebensmittel.
Was tut ein Mensch wenn er das sieht? Greift zum Insektenspray und sprüht alles ein. Tötet einige aber nicht die Quelle.
Man kennt einen Kammerjäger, man bekommt ein rötliches Streumittel, man streut oder mixt es mit Fleischwurst und tötet weitere aber die Quelle bleibt intakt.

Es gibt sie im Moment also immer noch, bevorzugt im Keller (an der Wand wo es feucht ist) und in vereinzelt der Küche, die drüber liegt. Des Haus ist alt und liegt an einem kleinen Fluss. Die Wände im Keller sind immer etwas feucht, dieses Jahr aber, durch das recht feuchte Wetter, ist die Feuchtigkeit angestiegen.

Die Ameisen, die sich noch rumtreiben, nehmen keinen Köder mehr auf. Ob Spinosad (Amesen Buffet) oder Fipronil (Celaflor Streumittel), ob pur oder in leckerem Fleischgemisch, nichts schmeckt. Honig stand von Anfang an nicht auf ihrer bevorzugten Speiseliste.

Nachdem ich mich Kreutz und Quer durch das Forum gelesen habe vermute ich, dass wir stolze Mitbewohner von Lasius Brunnes sind.
Bitte allerdings um Identifizierung.
Darf ich jemand paar Exemplare zusenden, bitte?
Wenn ja, wie darf es sein? Habe welche in Alkohol und wenige mit Tesafilm auf einem Blatt Papier (in der Tiefkühltruhe). Alle Exemplare wurden in der Küche aufgenommen, den hier stören sie am meisten.
Nebenbei: Vor Jahren hatten wir im Schlafzimmer auch geflügelte. Habe damals aber einen Teil der Wand neu verputzt und dann war (eine Zeit lang zumindest) ruhe.

Wünsche Euch ein ameisenfreies Wohnen
und (hoffe)
bis bald
Peter V.
PS. Die Bilder anbei sind allerdings aus dem "Kellerbestand"
Ah ja noch was, wir habe einen neuen Geruch kennengelernt. Diese Ameisen riechen auch sehr eigenartig !


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BeitragVerfasst: 21. Aug. 2009, 11:31 
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Registriert: 23. Mai. 2005, 13:57
Beiträge: 85
Wohnort: Dresden
Hallo Peter,

zunächst kann ich Sie mal beruhigen, es handelt sich bei Ihren Ameisen nicht um Lasius brunneus sondern um Dendrolasius fuliginosus (die glänzendschwarze Holzameise). Die Tiere gehören zu den wenigen Arten, die man anhand eines guten Fotos zweifelsfrei bestimmen kann.

Dazu passt auch der merkwürdige Geruch, den die Tiere verströmen. Es handelt sich dabei um Sekrete (Dendrolasin und Undekan), welche diese Art in ihren Mandibeldrüsen produziert.

Obwohl der deutsche Trivialname "Holzameise" lautet, ist diese Art nicht als Holzzerstörerin bekannt. Stattdessen errichtet sie in bereits bestehenden Hohlräumen ähnlich wie Wespen Kartonnester, deren Wände zusätzlich durch das Myzel eines Pilzes stabilisiert werden, mit dem die Tiere in Symbiose leben.

Viele Grüße,

René Schulze


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BeitragVerfasst: 21. Aug. 2009, 14:50 
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Registriert: 27. Jul. 2009, 19:02
Beiträge: 4
Hallo Herr Schulze,
danke erstmal für die rasche Antwort.
Da es sich nicht um die Lasius Brunnes handelt, habe ich jetzt ein weiteres Problem (und um ehrlich zu sein, hätte ich bei L.Brunnes sonst auch gehabt)
Was kann ich gegen meine ungebetenen Gäste unternehmen, um ihnen das Wohlfühlen unter meinem Dach umzustimmen ? (Die nehmen ja mein leckeres Büffet nicht mehr an). Was soll ich ihnen sonst anbieten?
Ansonsten: Wo soll ich sie suchen? Was liebt diese Art? Ist Feuchtigkeit in der Erstellung ihrer Kolonie auch von Bedeutung? Lieben sie auch Styropor? wenn ja: trocken oder feucht? Vielleicht Glaswolle? Das habe ich nämlich alles auf dem Dach bzw. im Dachgeschoss.
Viele Fragen, ich weis, aber können Sie oder sonst jemand uns hier bitte weiterhelfen?
Freundlicher Gruß
Peter


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BeitragVerfasst: 21. Aug. 2009, 17:01 
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Beiträge: 85
Wohnort: Dresden
Hallo Peter,

Feuchtigkeit ist bei dieser Art schon von Bedeutung. Sie sollten das Haus nach möglichen Hohlräumen absuchen, die auch ein gewisses Feuchtigkeitsniveau (aber nicht nassfeucht) aufweisen.
Außerdem ist die Art eine sehr aktive Blatt- bzw. Baumlausbesucherin, wodurch sie den größten Teil ihres Nahrungsbedarfs durch Aufnahme des ausgeschiedenen Honigtaus deckt. Das dürfte auch der Grund sein, warum die Tiere ihre Köder verschmähen.
Gibt es in unmittelbarer Nähe zu Ihrem Haus einen Laub- oder Obstbaum?

Da das Gebäude schon alt ist und überall Unterschlupfmöglichkeiten bietet, ist die Suche nach dem Nest natürlich schwierig, aber wohl die einzige Möglichkeit. Es könnte sich auf dem Dachboden ebenso befinden wie im Keller. Möglich ist auch, dass das Nest außerhalb des Hauses liegt und die Tiere von draußen hereinkommen.

Noch ein Hinweis: Dendrolasius fuliginosus ist in Deutschland gefährdet durch Rückgang der Bestände. Deshalb würde ich sie bitten, wenn sie das Nest finden (wie gesagt, es ist von kartonartiger Struktur), dieses (soweit es die Umstände erlauben) intakt in ein verschließbares Gefäß zu geben und es an einer geeigneten Stelle im Garten, Wald oder auf einer Streuobstwiese (an altem Totholz/einem hohlen Baum, schattiger bis halbschattiger Standort, mittelfeucht, mit Laub- bzw. Obstbäumen in der Umgebung) auszusetzen.

Damit hätten sie das Problem los und würden gleich noch etwas für den Artenschutz tun.

Sollte sich das Nest außerhalb des Hauses befinden, wäre es am effektivsten, mögliche Zugangswege abzudichten und das Nest ansonsten unbehelligt zu lassen. Die Entfernung hätte in diesem Fall nicht viel Sinn, da die Möglichkeit besteht, dass sich an dieser Stelle wieder eine Kolonie ansiedelt. Dann hätten sie in spätestens 2-3 Jahren mit demselben Problem zu kämpfen.

Viele Grüße,

René Schulze


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BeitragVerfasst: 21. Aug. 2009, 19:18 
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Registriert: 27. Jul. 2009, 19:02
Beiträge: 4
Danke Herr Schulze
Ja, wir haben Obstbäume im Garten und solange die Ameisen ihr Nest draußen haben, werde ich ihnen auch nichts antun, obwohl ich, die für Ameisen möglichen Eingänge ins Haus, unmöglich versperren kann.
Vermute aber, dass diese Art von Ameisen sich selber gefährdet weil sie in fremde Häuser eindringt und sich dadurch besonders unbeliebt macht. :)
Werde sie aber suchen und mal sehen ob ich ihr Nest entdecke und vor allem wo.
Melde mich dann wieder.
Bis Bald und
schöne Grüße
Peter V.


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BeitragVerfasst: 21. Aug. 2009, 20:22 
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Registriert: 23. Mai. 2005, 13:57
Beiträge: 85
Wohnort: Dresden
Naja, Dendrolasius fuliginosus ist ein sehr seltener Hausgast, im Gegensatz zu Lasius brunneus, Lasius emarginatus und Camponotus ligniperda und schädigt im Gegensatz zu diesen nicht die Bausubstanz.

Ansonsten muss man sagen, sind Ameisen Opportunisten, sie siedeln dort, wo die Bedingungen für sie günstig sind. Will man die Tiere dauerhaft los werden, helfen Fraßköder oder eine Entfernung des Nestes nur wenig, wenn man nicht gleichzeitig dafür sorgt, dass die Besiedlungsbedingungen für Ameisen möglichst unattraktiv werden.

Wie ich schon sagte, andernfalls haben Sie bald ein neues Nest irgendwo im Haus, und diesmal sind es vielleicht tatsächlich Lasius brunneus.

Viele Grüße,

René Schulze


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BeitragVerfasst: 05. Sep. 2009, 08:20 
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Registriert: 27. Jul. 2009, 19:02
Beiträge: 4
Hallo allesamt,

wollte mich, wie versprochen, wieder mal melden.
Also, gefunden habe ich das Nest noch nicht.
Es gibt keinen Pfad den ich verfolgen kann und deswegen wird es bestimmt auch recht schwierig.
Die einzelnen Exemplare, die sich gelegentlich zeigen, sind Prachtstücke. s. Bilder. Die kommen nur um rumzuschauen. Kein Interesse an Lebensmittel. So sehe ich keine Chance sie „kalt zu erwischen“
Meine Staubsauger (obwohl gereinigt) stinken bereits eklig.
Mal sehen also wie es weiter geht.

Freundlicher Gruß
Peter V.


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