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 Betreff des Beitrags: Hilfe bei der Best. - Ameise im Haus ca. 6mm / Camp. fallax
BeitragVerfasst: 17. Feb. 2021, 18:14 
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Registriert: 17. Feb. 2021, 17:31
Beiträge: 2
Guten Abend,

Mein Name ist Conny und wohne am Rand von Berlin.
Ich habe mich angemeldet, weil ich hier auf kompetente Hilfe hoffe.

Wir haben seit 2-3 Wochen Ameisen im Haus.
Anfänglich ging ich von verirrten Exemplaren aus, finde aber täglich 10-20 Stück (schaue nur Abends)
Ich habe Fotos von den Tieren gemacht und hoffe, dass mir jemand bei der Artenbestimmung helfen kann.
Wir machen uns ein wenig Sorgen, da die Tierchen nur im 1 OG unseres EFH vorkommen und sich von den üblichen, im Sommer vorkommenden Arten unterscheiden.
Ich konnte einiges ausschließen, habe auch versucht die Art zu bestimmen...Bin mir aber sehr unsicher.
Es bleiben Gartenameisen und Holzameisen. Letzteres wäre nicht so schön.
Woher sie kommen ist immer noch unklar...
Sie sind alle ca. 6mm groß (nur Körper), schwarz, weitgehend haarlos.
Anbei eine Nahaufnahme von zwei Tieren.

Vielen Dank für das Lesen meines Beitrags...
Grüße
Conny


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 Betreff des Beitrags: Re: Hilfe bei der Best. - Ameise im Haus ca. 6mm/ Camp. fall
BeitragVerfasst: 18. Feb. 2021, 11:22 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1474
Wohnort: Reinheim
Hallo Conny,

Es ist eine Roßameisenart, Camponotus fallax, die „Kerblippige Roßameise“.
Eine ausführliche Beschreibung von Lebensweise und evtl. Schadwirkung finden Sie hier.
Die Angaben sind zuverlässig. Der Chef der Firma, Dr. M. Felke, hat seinerzeit seine Doktorarbeit bei mir gemacht. :wink: -Er macht allerdings selbst keine Bekämpfung, sondern bildet Schädlingsbekämpfer aus.
Zitat:
„Die Kerblippige Roßameise ist in Deutschland nur recht lückenhaft verbreitet. Dies liegt zum Teil wohl auch daran, dass diese Art zum Nestbau auf alte Bäume angewiesen ist, die einen hohen Totholzanteil aufweisen. Mitunter legt die Kerblippige Roßameise ihre Nester auch in verbautem Holz, oder in Mauerwerk an. Die Kolonien von Camponotus fallax sind recht klein und haben vermutlich immer nur eine einzige Königin. Die Arbeiterinnen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie sammeln vor allem Honigtau, erbeuten aber auch Insekten.“
- Ich kenne bisher kein Beispiel, wo die Art wirklich Schäden angerichtet hätte. Öfter siedelt sie z. B. im Dachgebälk älterer landwirtschaftlicher Gebäude etc., könnte also auch bei Ihnen irgendwo im Dach wohnen. (Bei mir lebt diese Art in toten Ästen eines Walnussbaumes wenige Meter vom Haus; ist bisher nie hereingekommen). Die evtl. Schäden am Gebälk sind eher zu vernachlässigen. Dass sie allerdings z.B. in Styropor-Dämmungen nisten, ist schon eher bedenklich. Um das herauszufinden, müsste man wissen, wie der Aufbau von Fußböden, Wänden bzw, des Daches Ihres Hauses ist.
Ich weiß nicht, ob ich Ihnen zu einer Bekämpfung raten soll (professionell ist das teuer, und nicht immer von Erfolg gekrönt). Vermutlich werden die Ameisen in nächster Zeit nicht mehr ins Haus kommen, wenn sie draußen in der Vegetation wieder Honigtau von Blattläusen ernten können. Im Moment dürften Köder mit Honig als Lockstoff am besten wirken. Aber wenn sie im Haus (Isolierung etc.) nisten, hilft die Vergiftung ohnehin nicht, so lange die Nistgelegenheit weiter besteht: Die würde von einem neu zuziehenden Volk rasch wieder besiedelt.
Es ist jedenfalls nichts wirklich Gefährliches.

Wie ich sehe, haben Sie Ihre Frage auch in dem Forum für die Ameisen-Hobbyhaltung (Ameisenforum) gepostet.
Ameisenköder werden nicht viel nützen: So lange die Nistgelegenheit besteht, wird die auch wieder neu besiedelt, falls es gelingen sollte, das jetzt dort lebende Volk abzutöten. Die Empfehlung betr. Natron in Zuckerwasser ist ebenfalls nicht hilfreich, da die Ameisen sterben, bevor sie das Zeug an Königin und Brut verteilen können (falls sie es überhaupt aufnehmen).
Die Art steht in D auf der Roten Liste, allerdings nur in Kategorie V = Vorwarnliste. Das bedeutet auch nicht, dass sie in besonderer Weise „geschützt“ wäre. Zudem ist die RL veraltet; C. fallax scheint sogar in Zunahme begriffen zu sein. Bekämpfung im Haus ist damit ohne Zweifel gestattet.

Möglicherweise ist das Nest an der von Ihnen angegebenen Stelle. Dann würde (vielleicht!) eine Silikon-Abdichtung bereits Abhilfe schaffen. Ein Beispiel dafür ist in diesem Beitrag zu sehen.

MfG,
A. Buschinger

_________________
!!! EINHEIMISCHE HAUSAMEISEN SIND KEINE SCHÄDLINGE per se !!! - Sie nutzen nur Baufehler bzw. Bauschäden zur Anlage ihrer Nester. Dies ist anders bei Exoten wie Pharaoameise, Pheidole spp. usw..


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 Betreff des Beitrags: Re: Hilfe bei der Best. - Ameise im Haus ca. 6mm / Camp. fal
BeitragVerfasst: 19. Feb. 2021, 12:20 
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Registriert: 17. Feb. 2021, 17:31
Beiträge: 2
Hallo Herr Buschinger,

vielen Dank für Ihre Ausführungen.
Ich hatte erst heute gesehen, dass mich hier eine Antwort erwartet.

Inzwischen konnte ich die Tierchen etwas beobachten.
Es laufen Tiere wie auf dem Foto und Arbeiterinnen(?) mit einem sehr breitem Kopf umher.
Einige sind immer in Richtung Bad bzw. zurück unterwegs...
Anscheinend siedeln sie unter unserem Schlafzimmerparkett, jedenfalls verschwinden sie dorthin.
Dieses ist komplett mit dem darunter liegenden Estrich/Betondecke verklebt.
Dort wo sie unter das Parkett laufen ist eine massive Außenwand (Porenbeton ohne zusätzliche Dämmung) bzw. ein Fenster.
Ein Zugang von dort in andere Hohlräume ist nicht gegeben, es sei denn sie laufen unter dem Parket zur anderen Seite des Zimmers oder ein paar Meter seitwärts in eine der angrenzenden Trockenbauwände.

Die ausgelegte Ameisenköderbox (Neudorff) wird ignoriert...
Dabei frage ich mich, wovon sich die Tierchen bei uns ernähren.

Eine Silikon-Abdichtung ist auch eine interessante Idee. Danke für den Link!
Was würden die Tierchen aber dann machen, wenn das Nest wirklich unter dem Parkett wäre?

Ich werde nun erstmal Ihren Rat befolgen und versuchen etwas auf Honigbasis zu bekommen.
Hätten Sie einen Tip?


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