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 Betreff des Beitrags: L. brunneus und der Leberwurstköder - neue Erkenntnisse
BeitragVerfasst: 29. Mai. 2014, 13:03 
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Registriert: 09. Mai. 2013, 12:43
Beiträge: 7
Meine Erfahrung mit Lasius Brunneus und deren Bekämpfung:

Nachdem ich im letzten Jahr noch die Panische (viewtopic.php?f=23&t=1794) war und mich an Giftköder nicht heran traute, weil der ja die Tiere erst recht anlocke, habe ich in diesem Jahr eingesehen, dass dies doch das einzige Mittel zur Wahl ist. Giftsprays, Lavendelöl, Zimt usw. halfen immer nur sehr kurz, falls überhaupt. Kreide war überflüssig. Gründliches Putzen der ganzen Wohnung mit Essigreinigungsmitteln zog die Tiere eher noch an. Und dass es keine Nahrungsquellen gab (Müll wurde auf den Balkon ausgelagert, Obst in den Kühlschrank, Trockenvorräte eingetuppert oder in Tüten plus Klipse verpackt) interessierte die Tiere auch nicht. Sie tauchten immer wieder irgendwo in der Wohnung zu ca. 20 Tieren auf und wurden dort von uns per Hand entfernt. Das ganze ging von April bis Juni. Ab Juli war Schluss, wie im Gartencenter, wo wir letztlich das Gift für den Frassköder kauften, angekündigt. Dann hatten wir Ruhe bis April diesen Jahres, wobei bereits im Februar die ersten Tiere auf dem Balkon zu entdecken waren. Aber es war ja auch sehr früh dieses Jahr recht warm draußen.

Dieses Jahr nun nutze ich zur Bekämpfung nur noch den Leberwurstköder mit Fibronil, der hier im Forum empfohlen wird: viewtopic.php?f=23&t=1427
Hier meine Erfahrung für die Zögerlichen, die wie ich erstmal Angst vor der Anwendung haben: Ich warte, bis ich eindeutig mehrere Tiere herumlaufen sehe und suche dann den Zugang. Das dauert etwas, da meine L.B. immer ziemlich ziellos umhersucht und dabei häufig kleine Strecken hin und her läuft. Unser Hauptbefall ist das Kinderzimmer, indem im letzten Jahr, als wir hier einzogen, neues Laminat gelegt wurde. Die Tiere verschwinden immer hinter den Ecken der Fußbodenleisten, wobei ich vermute, dass sie von dort in die Wand kommen. Auf der Kinderzimmerseite sind wir im ersten Stock. Ich vermute, dass der Zugang nach draußen (irgendwo müssen sie ja Nahrung finden und herkommen) irgendwie durch die Wand nach unten ist. Seltsamer Weise ist weiterhin keine andere Wohnung im Haus wirklich betroffen, auch die Kellerwohnung unter uns nicht.
Habe ich also den Zugang gefunden, lege ich dort auf einem Stück dünner Pappe (lässt sich hinterher einfach beseitigen) den Leberwurstköder aus. Es reicht eine Ameise, die den Köder entdeckt und innerhalb von zwei Stunden beginnt das scheinbare Festmahl. Direkt diszipliniert reihen sich die Tiere rund um den Köder und fressen teilweise ewig und bewegungslos, bis sie das Zeug ins Nest bringen. Einzelne Tiere suchen gleichzeitig im Zimmer herum, ob es noch etwas anderes gibt, aber erfahrungsgemäß waren auch die mind. einmal am Köder. Denn nach 24 Stunden ist der Spuk bei uns immer vorbei. Dann ist keine einzige Ameise mehr zu sehen. Ich schmeiße dann den Köder weg und putze das Zimmer sehr gründlich, um alle Pheromonspuren zu beseitigen.
Ergebnis: Bei der ersten Behandlung im Kinderzimmer in diesem Jahr (Anfang April), leider noch mit einem weniger wirksamen flüssigen Giftköder, den man einfach nur in einer Dose aufstellen musste (Spinosad, niedrig dosiert), hatten wir größtenteils Ruhe. Es tauchten immer mal einzelne Ameisen in den angrenzenden Zimmern auf. Drei Wochen später waren dann plötzlich wieder mehrere Tiere im Kinderzimmer auf der anderen Seite aufgetaucht und ich behandelte zum ersten Mahl mit dem Leberwurstköder. Mein Sohn schlief natürlich woanders. Hier waren ca. 50 Tiere gleichzeitig am und um den Leberwurstköder herum zu sehen. Danach hatten wir eine Woche später im Wohnzimmer einen anderen Befall ebenfalls mit dem Leberwurstköder bekämpft. Hier waren aber noch weniger Tiere gleichzeitig zu sehen. Dann hatten wir in der ganzen Wohnung komplett Ruhe für ca. 3 Wochen (Kinderzimmer 4 Wochen), also wirklich keine einzige Ameise zu sehen. Nun plötzlich ein stärkerer Befall im Kinderzimmer, der sofort wieder mit dem Leberwurstköder behandelt wurde. Dieses Mal waren es über 110 Tiere am und rund um den Köder und es streiften auch noch mehrere durch Zimmer, so dass ich einen zweiten Köder direkt neben den ersten legte, der ebenfalls noch angenommen wurde. Aber auch hier war nach 24 Stunden Ruhe. Ich hoffe, dass es das für dieses Jahr war, bin mir aber bewusst, dass es den Zugang nicht verhindert. Da sind wir als Mieter aber machtlos.
Dennoch: der Leberwurstköder lässt mich jeden Befall wesentlich besser ertragen und verkraften. Ich bin nicht mehr machtlos und damit auch nicht mehr panisch. In der Küche (am weitesten weg vom Kinderzimmer) liegt das Obst weiterhin draußen und der Müll wurde auch nicht ausgelagert (war nervig). Und ich putze auch nicht mehr wie die Irre nach jeder gesichteten Ameise die Wohnung, da ich ja immer wieder ein paar Wochen Ruhe habe. Und bald ist ja wieder Juli...
Fazit: ich empfehle den leberwurstköder und sage Danke dafür!

Leider sind meine Fotos und Videos von der Köderaktion zu groß, um sie hochzuladen.


Zuletzt geändert von Beth1 am 09. Jun. 2014, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: L. brunneus und der Leberwurstköder - neue Erkenntnisse
BeitragVerfasst: 09. Jun. 2014, 17:11 
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Registriert: 09. Mai. 2013, 12:43
Beiträge: 7
So, nun endlich hab ich die Herkunft und die Zugangswege unserer Ameisen gefunden, nachdem gestern plötzlich eine neue Invasion in Wohn- und Kinderzimmer losging.
Die Tiere tummelten sich vor den Balkontüren (ein zweiseitiger Balkon, der an einem Ende vom Kinderzimmer aus, am anderen Ende vom Wohnzimmer aus betreten werden kann) und entlang der Balkoninnenwand. Beim Köderanrühren im Keller bekam ich zufällig einen Bewohner der Kellerwohnung unter dem Kinderzimmer zu sehen und fragte nach Ameisen bei ihnen. Und sie da: Sie tummeln sich auf deren Terasse und ich konnte die Straße an der Hauswand entlang hoch zu unserem Balkon wunderbar erkennen. Grrr! Und dann halt in den Zwischenräumen zwischen Tür und Rahmen der Balkontüren. Na klasse, dass sind Zugänge, die ich schlecht bzw. gar nicht beseitigen kann. Und auf der Terasse unter uns gingen die sehr emsigen Tiere leider an den sonst so geliebten Leberwurstköder nicht dran. Scheinbar haben sie draußen bessere Nahrung. Heute wollte ich dort dann Gift gießen, aber nach dem starken Unwetter heute Nacht, waren dort kaum Ameisen zu sehen.
Auf unserem Balkon auch nicht mehr und in der Wohnung, wo wir seit gestern jede sichtbare Ameise von Hand entfernen, fast nur noch Tote. Hab nämlich die Balkontüren mit Giftspray gesperrt! Was anderes fiel mir nicht ein. Nun ja, ich behalte nun die Terasse unten im Auge und gieße bei Bedarf dort noch. Und bald ist ja wieder Juli und Schluss!

Gut ist, dass die Tiere wohl doch nicht in der Wand sitzen und wir nun Herkunft und Zugangswege kennen. Da hört das Rätselraten endlich mit auf. Ich glaubte schon fats ans Beamen! :)


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