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 Betreff des Beitrags: Zerstörte Waldameisennester
BeitragVerfasst: 24. Sep. 2020, 16:55 
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Registriert: 24. Sep. 2020, 15:37
Beiträge: 3
Hallo zusammen,
in einem Waldstück wo seit Jahren z.T. riesige Waldameisennester existieren sind nun so gut wie alle Nester zerwühlt bzw. bis auf den Grund zerstört. Ich vermute mal, dass es Schwarzwild war, aber es gab/gibt in der Nähe auch Füchse und Dachse. Allerdings hatte ich den letzten 10 Jahren keine annähernd starke Zerstörung beobachtet wie in diesem Jahr. Was meint Ihr dazu?
Hans


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Dateikommentar: Das größte Nest mit einer Höhe von fast 2 Metern
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Dateikommentar: Das zerstörte Nest
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Dateikommentar: Weiteres zerwühltes und zerstörtes Nest
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 Betreff des Beitrags: Re: Zerstörte Waldameisennester
BeitragVerfasst: 26. Sep. 2020, 18:45 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1432
Wohnort: Reinheim
Hallo HBrx,

Leider sagen Sie nicht, wo das beobachtet wurde. Ich nehme an, dass dort ein ebenso heißer und trockener Sommer war wie bei uns in Südhessen. Hier sind v. a. die Fichten großräumig abgestorben (dank Folgeschädling Borkenkäfer).
Nach Ihren Bildern dürften das ebenfals Fichten sein, und in schlechtem Zustand.
Auf stark geschädigten und toten Bäumen gibt es keine Pflanzenläuse, somit keinen Honigtau, und auch kaum tierische Beute: Die Ameisen können verhungert sein!
Falls es in erreichbarer Nähe der Nester, bis ca. 100 -200 m, günstigere Bedingungen gibt, d.h. noch grüne Bäume, könnten die Waldameisen auch abgewandert sind und ihre Nester dorthin verlagert haben.

Ergänzung: Wenn die Waldameisen das Nest verlassen, verfällt es ziemlich rasch: Mäuse graben sich ein, Vögel suchen darin nach anderen Insekten usw.. So lange Ameisen drin sind, reparieren sie den Hügel, außer im Winter. Im Frühjahr sehen die Nester oft so aus wie abgebildet.

MfG,
A. Buschinger

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!!! EINHEIMISCHE HAUSAMEISEN SIND KEINE SCHÄDLINGE per se !!! - Sie nutzen nur Baufehler bzw. Bauschäden zur Anlage ihrer Nester. Dies ist anders bei Exoten wie Pharaoameise, Pheidole spp. usw..


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 Betreff des Beitrags: Re: Zerstörte Waldameisennester
BeitragVerfasst: 27. Sep. 2020, 22:04 
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Registriert: 24. Sep. 2020, 15:37
Beiträge: 3
Hallo Herr Buschinger,

vielen Dank für Ihre Antwort. Die Ameisennester sind bei Gingen im Landkreis Göppingen zu finden. Der Sommer war hier auf jeden Fall auch heiß und trocken, aber die Fichten sind - soweit ich das beurteilen kann - noch in gutem Zustand. Ich habe ein paar Fotos angehängt auf denen man - nebem dem großen zerstörten Ameisenhaufen - im Hintergrund auch ein paar grüne Fichten sieht, die ich mir aber nochmal genauer anschauen werde. Woran kann man denn erkennen, ob auf den Fichten Läuse wohnen bzw. wie der Zustand der Fichten ist?

Der abgesägte Stamm auf Bild 1 war im letzten Jahr noch in den Haufen eingebaut. Deshalb hatte ich die Vermutung, dass hier etwas Kräftigeres am Werk war. Zudem sieht man auf Bild 2 die Anfänge eines Nestneubaus. Die Ameisen scheinen also eher nicht verhungert zu sein, aber falls es sich wirklich um Nahrungsknappheit handelt: Kann / Soll man die Ameisen mit Zucker / Zuckerwasser (oder Bienenfutter etc.) zufüttern oder lässt man der Natur besser ihren Lauf?

Auf Bild 3 ist nochmals der Wald an einer etwas weiter entfernten Stelle zu sehen, Bild 4 zeigt die Detailansicht eines Stammes. Den Stamm hatte ich fotografiert, weil er der Einzige ist, der so knubbelig war - ansonsten sah der Baum aber gesund aus. Auf Bild 3 sind der Boden und z.T. auch die Bäume geweißelt. Wissen Sie was das für einen Grund hat?

Zu guter letzt noch etwas Erfreuliches: Auf den Hängen der Schwäbischen Alb findet man zum Glück noch ab und an Schwalbenschwänze, die über den warmen Boden der Heideflächen flattern und sich noch ein bisschen von den Sonnenstrahlen wärmen lassen :)

Viele Grüße Hans


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 Betreff des Beitrags: Re: Zerstörte Waldameisennester
BeitragVerfasst: 28. Sep. 2020, 15:29 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1432
Wohnort: Reinheim
Hallo Hbrx,

Danke für die weiteren Bilder!
Gleich eine Frage: Können Sie sich vorstellen, einen kleinen Bildbericht über Ihre Beobachtungen für unsere Verbandszeitschrift zu erstellen?
Hier die Hinweise: https://www.ameisenschutzwarte.de/richtlinien_asa.php
Und hier die Webseite der DASW: https://www.ameisenschutzwarte.de/
Ich fürchte, dass in diesem Jahr viele Waldameisen-Kolonien unter der Trockenheit gelitten haben!
Wir von der DASW könnten dann im Dezemberheft auch eine Umfrage machen, bei den Landesverbänden, wo und in welchem Umfang Schäden beobachtet werden.
Redigiert wird die Zeitschrift von Frau Dr. K. Möller (Adresse bei LV Brandenburg auf der Webseite). Sie ist im Forstdienst in Eberswalde.

Nun zu Ihrem Beitrag:
Ich kann aus der Entfernung natürlich nur spekulieren!
- Wenn bei gutem Wetter in der Nähe eines noch lebenden Nestes Ameisen am Baum hochlaufen, gibt es dort Läuse und Honigtau. Geschädigte Fichten haben sehr viel weniger Nadeln; die Krone ist auffällig licht.
- Bild 1: Der abgesägte Stamm hat ja keine Borke mehr. Das dürfte ein schon länger toter Stamm gewesen sein, evtl. bereits von Pilzen befallen, bei starkem Wind umgefallen (samt Wurzelteller). Waldameisen nutzen Stubben und die unteren Teile toter Bäume gerne als "Nestzentrum", legen darin Kammern für Königinnen und Brut an.
- Bild 2: Gut möglich, dass das Volk mangels Nahrung sehr stark dezimiert wurde, so dass nur ein kleiner Rest überlebt hat. Zufütterung könnte noch helfen, kann jedenfalls nicht schaden. Die Tiere müssen jetzt vor dem Winter Vorräte im Körper anlegen (Speichertiere), um den Winter zu überstehen und die ersten Wochen des Frühjahrs, wenn es nur wenige Nahrungsquellen gibt.
- Bild 3: Ab den 1980er Jahren werden großräumig die Wälder gekalkt, feinen Kalkstaub verblasen oder per Hubschrauber verteilt. Das soll die Bodenversauerung durch Schwefeldioxid („saurer Regen“) ausgleichen. Ist inzwischen ziemlich aus den Schlagzeilen verschwunden, seit Kohle und Öl entschwefelt werden. Aber laut Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Waldkalkung wird das noch gemacht, s. a. https://www.forstpraxis.de/tags/waldkalkung/ . - Sonst finde ich keine Erklärung.
- Bild 4: Solche Stämme sieht man hin und wieder. Ursachen sind mir nicht bekannt.
- Bild 5: Schwalbenschwanz, kommt zum Glück auch bei uns noch vor; ich hatte Raupen sogar an Möhren im Garten! Inzwischen aber doch recht selten geworden.

Viele Grüße,
Ihr A. Buschinger

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 Betreff des Beitrags: Re: Zerstörte Waldameisennester
BeitragVerfasst: 30. Sep. 2020, 08:01 
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Registriert: 24. Sep. 2020, 15:37
Beiträge: 3
Hallo Herr Buschinger,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ein kleiner Bildbericht ist auf jeden Fall möglich. Es liegen auch noch weitere Fotos von anderen kleineren Nestern vor, die ebenfalls zerstört sind. Zudem habe ich Aufnahmen von dem größeren Hügel aus den letzten Jahren. Wenn ich mich richtig erinnere ist der Stamm aus Bild 1 nicht umgefallen, sondern wurde vor ein paar Jahren abgesägt und dann in das neue Nest mit eingebaut. Aber da suche ich nochmals im Fotoarchiv.

Soll der Bericht lediglich aus Bildern bestehen oder auch mit Text versehen werden? Die Aufnahmen kann ich Ihnen auch gerne in voller Auflösung zusenden.

Viele Grüße
Hans


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