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 Betreff des Beitrags: Aufruf: Kein Verkauf ausländischer Ameisen in Deutschland!
BeitragVerfasst: 27. Dez. 2004, 10:36 
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Aufruf: Keine Kauf / Verkauf ausländischer Ameisen in Deutschland!

Wiederholt wurde im DASW-Forum bereits Stellung bezogen gegen den Import und Verkauf ausländischer Ameisen zu Privat-Haltungszwecken.

Vorstöße bei den zuständigen Behörden durch den Präsidenten der DASW und durch den Wiss. Beirat zum Erlass einschlägiger Import- und Handelsverbote werden leider (ver-) schleppend behandelt.

Das Geschäft mit Ameisen aus diversen exotischen Ländern (Südamerika, Indonesien, Afrika u.a.) blüht ungehindert.

Gefahren für unsere einheimische Fauna durch freikommende Ameisen werden in der bereits hier genannten Zeitschrift „Myrmecologische Nachrichten (http://www.oegef.at/myrmekologische.html) ausführlich dargelegt, ebenso das Risiko, dass freikommende oder freigesetzte Exoten zu Hausungeziefer werden, dessen Beseitigung erhebliche Kosten verursacht.

Haftungsansprüche von durch freigesetzte Schadameisen geschädigten Nachbarn sind in einem thread im www.Ameisenforum.de ausführlich dargelegt („Infektionsgefahr durch exotische Ameisen“, (http://www.ameisenforum.info/thread.php?threadid=487&sid=4495b9d5280a10bc3ff51c6675595d9a)
Edit 25.08.05: Dieser link funktioniert nicht mehr. Das "Ameisenforum" wurde im Sommer 05 umstrukturiert; einige der früheren Beiträge werden den Interessenten jetzt leider vorenthalten.

Die DASW versteht sich als eine Organisation, die sich vorrangig dem Schutz der einheimischen Waldameisen verschrieben hat. Aber auch die Erhaltung von weiteren bedrohten und seltene Arten aus der heimischen, überwiegend harmlosen Fauna von rund 110 Arten ist unser Ziel. Schließlich ist die DASW Anlaufstelle für Bürger, die unter Schadameisen in Gebäuden (Häuser, Wohnungen, Gaststätten, Krankenhäuser usw.) leiden und Beratung zu Möglichkeiten für deren – meist sehr schwierige - Bekämpfung suchen.

Das Internet hat es ermöglicht, dass sich in mehreren Ländern Europas seit einigen Jahren Händler etabliert haben, die neben einheimischen Ameisenarten auch aus Südeuropa sowie überseeischen Ländern stammende lebende Ameisen feilbieten.

In wesentlichen Teilen falsche Angaben über deren angeblich einfache Haltung und übertriebene Darstellungen ihrer „interessanten“ Lebensweise führen zu einer stetig wachsenden Zahl von Interessenten, vor allem unter Jugendlichen und Kindern. Selbst sehr hohe Preise (z.B. eine einzelne Königin einer australischen Bull-ant, Gattung Myrmecia für € 495,- ) werden gefordert und bezahlt.

Werbeagenturen versuchen, Ameisen einzusetzen um Aufmerksamkeit für bestimmte Produkte zu erregen. Selbst kirchliche Institutionen erliegen den verlockenden Angeboten von Ameisenhändlern und wollen mit der Haltung auffälliger, teurer Exoten beeindrucken.

Viele der importierten Arten sind noch nicht einmal korrekt identifiziert. So wurden und werden Arten aus der weit verbreiteten Gattung Pheidole verkauft. Die Gattung umfasst über 900 Arten; einige davon sind als Hausschädlinge bzw. als invasive Arten in freier Wildbahn bekannt und berüchtigt. Dennoch wird z.B. die in den Mittelmeerländern als lästige Hausameise bekannte Pheidole pallidula in Deutschland frei verkauft, neben Völkern unter dem „Namen“ Pheidole sp., also „unbekannte Pheidole-Art“, worunter sich natürlich auch schädliche Arten verbergen können. – Dass Ameisen immer wieder aus der Heim-Haltung entkommen, wird im www.Ameisenforum.de regelmäßig berichtet.
Verantwortungsbewusstsein bei den „Verbrauchern“ solcher Ameisen zu wecken, gelingt nur teilweise. Ich habe mich jetzt gut drei Jahre lang darum bemüht.

Eine wichtige Information für potenzielle Kaufinteressenten: Die im Handel angebotenen Ameisen sind ALLE Wildfänge. Es gibt unter den Händlern keinen, der Ameisenzucht betreibt und Nachzuchttiere im Angebot hätte!

Bei Importtieren führt dies zu den von anderen Exoten (Käfigvögel, Reptilien, Amphibien) ja reichlich bekannten, hohen Transportverlusten. Um die importierten Ameisen ist es dabei weniger schade, zumeist handelt es sich bisher um Arten, die in ihren Herkunftsländern ohnehin als Schädlinge bekämpft werden (Blattschneiderameisen der Gatt. Atta und Acromyrmex, Pheidole-Arten) oder zumindest sehr häufig und nicht gefährdet sind (Bsp. Weberameisen, Gatt. Oecophylla).

Nachteilig ist bei solchen Importen, dass über die mitgeführten Ekto- und Endoparasiten äußerst wenig bekannt ist, Kontrollen auf solche demzufolge unmöglich sind. Damit sind bei Freikommen der Tiere einer Übertragung von Parasiten und Krankheitserregern auf unsere einheimischen Arten Tür und Tor geöffnet.

Ich habe diese von mir im Ameisenforum permanent wiederholten und aktualisierten wichtigen Informationen nun auch hier gepostet. Im Ameisenforum werden sie durch „Diskussions“-Beiträge von Mitarbeitern des profitorientierten Handels sowie unbelehrbarer Ameisen-Verbraucher leider immer wieder verwässert.

Es sollte doch möglich sein, durch ein Handelsverbot, wie es sich in den USA seit Jahrzehnten bewährt hat, auch bei uns den Auswüchsen des Ameisen-Handels zu begegnen!

Für Rückfragen, Kommentare und Ergänzungen zu diesem Beitrag steht das „offene Forum“ auf dieser Seite zur Verfügung.

Prof. Dr. A. Buschinger, Vorsitzender des Wiss. Beirats der DASW


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