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 Betreff des Beitrags: Wissenschaftspreis an Bert Hölldobler
BeitragVerfasst: 16. Dez. 2004, 10:59 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
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Bert Hölldobler hat wieder einmal einen bedeutenden Preis errungen. Ich zitiere aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.12.04

Zitat:
Krupp-Wissenschaftspreis 2004 an Ameisenforscher und Philosophen

Essen (dpa) - Der Ameisenforscher Prof. Bert Hölldobler und der Philosoph Prof. Hermann Lübbe haben am Dienstag in Essen den Alfried-Krupp-Wissenschaftspreis erhalten. Der Preis ist mit jeweils 52 000 Euro dotiert.

.... Hölldobler ( 68 ) sei der «unbestrittene Meister» der Erforschung des Soziallebens der Ameisen, würdigte Professor Hubert Markl in seiner Laudatio.

Schon Hölldoblers Dissertation über die soziale Rolle der Männchen bei den Holzameisen ist laut Markl für die Wissenschaft ein «Aufsehen erregender Paukenschlag gewesen und bis heute unübertroffen». Dass Hölldobler jetzt wieder in die USA gehe, sei dem deutschen Hochschulbeamtenrecht zuzuschreiben. Die Folge sei es, «dass der von Ideenreichtum und wissenschaftlicher Tatkraft unverändert strotzende Bert Hölldobler für zu alt gehalten wird, um an einer deutschen Hochschule weiter zu forschen», kritisierte Markl. Hölldobler wird im neuen Jahr an der University of Arizona in Tempe lehren. Zuvor arbeitete er an der Universität Würzburg.

Der Preis wird seit 1998 an Forscher in den Geistes-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie in den Natur- und Ingenieurwissenschaften vergeben.


Die verdiente Preisverleihung hat Prof. Hubert Markl gewürdigt. Eine "besondere" Passage habe ich mit roter Farbe hervorgehoben, mit Blick auf unsere Bildungsmisere und die Bestrebungen, in Deutschland "Elite-Universitäten" nach den Vorbildern Harvard und Yale zu schaffen.
In USA ist es eben nicht normal, dass im Alter noch tatkräftige und leistungsstarke Professoren mit 65 (oder hier 68 ) zum alten Eisen geworfen werden. E.O. Wilson, für viele der "Papst" der Soziobiologie und der Ameisenforschung, arbeitet heute im Alter von 75 Jahren noch an der Harvard-Universität. Der Berühmte Evolutionsbiologe Ernst Mayr, im 101ten Lebensjahr, ist ebendort tätig und hat gerade ein neues Buch herausgebracht (Ihm hatte ich ja meinen Beitrag "Lang lebe die Königin" in der ASa 3/2004 gewidmet).
"Brain drain", der Abzug hervorragender Wissenschaftler aus aller Welt nach USA, betrifft eben nicht nur junge, bestens ausgebildete Wissenschaftler. Auch aus dem, was unsere Bildungspolitik sozusagen als "Abfall" betrachtet, können sich die Vereinigten Staaten noch mit Gewinn bedienen, wie uns das Beispiel Hölldobler lehrt!

Auch der Laudator, Hubert Markl, ist im gleichen Alter wie Hölldobler, und entsprechend seit 1.11.03 "Professor der Universität Konstanz im Ruhestand". Zuvor war er von 1996 bis 2002 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.
Es lohnt sich, seine beeindruckende vita mal anzuklicken:
http://www.uni-konstanz.de/FuF/Bio/fors ... rkl/cv.htm
So, wie ich ihn kenne, wird auch er uns noch mit weiteren Buchveröffentlichungen und wissenschaftlichen Beiträgen bereichern. Ob er in Konstanz weiter forschen kann, weiß ich nicht....
A. Buschinger


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